Der Lehmofen im Dorf

Worum es auf dieser Seite geht

Solange sich der Lehmofen in der Planungs- und Bauphase befindet, informieren wir Euch hier über den Fortschritt. Sobald er einsatzfähig ist, findet Ihr hier Tipps und Tricks zur Nutzung des Ofens, sowie einen Rückblick auf die Baugeschichte, so dass man sich sogar selbst einen bauen kann.

Aktueller Stand

Dank dem Kreiskultur-Projekt, das wir hier schon kurz vorgestellt hatten, schaffen wir in Mielkendorf einen neuen Treffpunkt. Im November haben sich die Teilnehmer:innen der Kreativwerkstatt einstimmig dafür entschieden, dass in Mielkendorf ein Lehmofen entstehen soll, der nicht nur allen Bewohner:innen zur freien Nutzung offenstehen, sondern auch ein neuer Ankerpunkt für kleine Festivitäten und Backaktionen werden soll.

Im Januar fand im Jugendraum das konkrete Planungstreffen für dieses Vorhaben statt. Kreiskultur konnte als Projektleitung den mehrfach ausgezeichneten Experimentalarchäologen und Archäotechniker Harm Paulsen gewinnen, der sich auch nach 15 Jahren Rente noch immer in einem akuten Unruhestand befindet und der für seine Expertise im Nachbau prähistorischer Werkzeuge und Gerätschaften nach wie vor sehr gefragt ist. So hat er inzwischen selbst mehr als 30 altertümliche Lehmöfen nachgebaut und wird mit uns in Mielkendorf den 5500 Jahr alten Büdelsdorfer Lehmofen-Typ verwirklichen. 

Harm Paulsen

Wir haben uns für eine eher moderate Größe entschieden, in der am Ende das Äquivalent von drei bis fünf Broten gleichzeitig gebacken werden kann, damit nicht nur große Gruppen diesen Ofen in Zukunft sinnvoll nutzen können. 

Dadurch, dass wegen der auch in Zukunft absehbar schlechten Finanzlage der Gemeinde kein neuer Spielplatz zwischen dem Schulhof und der Eider entstehen wird, hat sich die Planungsgruppe hinsichtlich der Aufstellung des Ofens genau für diesen Ort entschieden, um an einem wirklich zentralen Ort des Dorfes eine Begegnungsstätte zu schaffen. Dazu ist es vorteilhaft, dass bei Veranstaltungen die Toiletten der Grundschule genutzt werden können. An allen anderen Orten des Dorfes müssten sonst für solche Gelegenheiten teuere Mobiltoiletten aufgestellt werden.

Der Ofen wird aus einem Granitstein-Grundgerüst mit Lehmkuppel bestehen. Es ist derzeit geplant, dass im Februar oder März eine Besichtigung des anvisierten Bauortes und der von einer Dorfbewohnerin gespendeten Steine zusammen mit Herrn Paulsen erfolgt. Der Bau selbst soll dann am Wochenende vom 4. und 5. Mai stattfinden, wobei der Experimentalarchäologe selbst den Steinbau übernehmen möchte. 

Planungsrunde im Januar

Zurzeit findet noch eine Kalkulation statt, was sich darüber hinaus noch im Budget der Kreiskultur befindet. Klar ist, dass der Lehmofen eine Dachkonstruktion braucht, damit er vor Starkregen sicher ist. Dazu soll der Ofen mit einem geflochtenen Weidenzaun vor Vandalismus geschützt werden. Hier müssen nun die Material- und eventuelle Arbeitskosten, sofern keine Spender gefunden werden können, kalkuliert werden. Wenn genügend Geld übrigbleiben sollte, wäre vielleicht ein Workshop, wie man mit (Ketten-)Sägen Sitzmöbel herstellt, sinnvoll, um dort gemeinsam Sitzgelegenheiten zu schaffen.

Wenn der Ofen dann eingebrannt und die ersten Erfahrungswerte in Hinsicht auf Backzeiten, Holzmengen und Temperaturen gesammelt worden sind, wollen wir den Ofen gemeinsam mit dem Dorf feierlich einweihen. Zu der Gelegenheit plant unser Verein ein Büchlein herauszubringen, welches den Bau des Lehmofens dokumentiert, Tipps im Umgang und der Nutzung des Ofens offeriert und einige Rezepte beinhaltet. 

Wir freuen uns über Rezeptvorschläge, besonders über solche, die hier traditionell von Dorfbewohnern weitergeben und gebacken werden. Es muss sich nicht nur auf Brot und Kuchen beschränken, sondern kann auch Aufläufe und andere Gerichte beinhalten, die in einem Ofen gegart werden können.

Alle Termine (und eventuelle Verschiebungen) finden sich auch immer online unter den Terminen und werden auch über Aushänge an den Bushaltestellen um im Eingangsbereich von Kita, Schule und Turnhalle bekanntgegeben.

Text und Fotos: Erik Schlicksbier